Arbeitermusikkapelle "Vorwärts" Bärnbach-Hochtregist

Im Jahre 1931 entschlossen sich Sozialdemokraten und musikbegeisterte Arbeiter, eine eigene Musikkapelle für die Sozialdemokratische Partei Österreichs, Lokalorganisation Bärnbach-Hochtregist, zu gründen.

Die Gründungsversammlung fand am 21. Juni 1931 im Gasthaus Lamprecht statt. Dort wurde die Arbeitermusikkapelle "Vorwärts" Bärnbach-Hochtregist geboren. Franz Urschitz wurde zum Obmann und Norbert Mugrauer zum Kapellmeister gewählt.

Aus finanziellen Gründen sollte die Zahl der Musiker 24 Mann nicht überschreiten. Nur einige davon waren musikalisch vorgebildet.

Jedes Mitglied hatte einen Monatsbeitrag in Höhe von S 1,-- zu entrichten und musste für Instrument, Uniform und Noten selbst aufkommen. Lediglich größere Instrumente wurden vom Verein mit Hilfe eines Kredites angekauft.

Ortskapelle Oberdorf

Aufgrund der Februarereignisse des Jahres 1934 wurde die Sozialdemokratische Partei mit allen ihren Organisationen verboten. Das traf auch diesen Verein schwer.

Ihm war jede Tätigkeit untersagt. Alle Instrumente und Noten wurden beschlagnahmt.

Die Bedingungen verlangten eine unpolitische Vereinstätigkeit und die Umbenennung der Kapelle in "Ortskapelle Oberdorf".

Mit diesen Grundsätzen war man einverstanden. Sie wurden in der Versammlung vom 8. Juli 1934 zum Beschluss erhoben. Erst auf wiederholtes Drängen und Intervenieren des Kapellmeisters Franz Hiebler wurden die beschlagnahmten Instrumente und das Notenmaterial wieder ausgehändigt.

Musikverein der Glasfabrik Oberdorf bei Voitsberg

Sowohl die Firmenleitung als auch die Arbeiterschaft der Glasfabrik Oberdorf erklärten sich 1936 bereit, die Musikkapelle finanziell zu unterstützen. Ihren Wünschen Rechnung tragend, wurde die Kapelle in "Musikverein der Glasfabrik Oberdorf bei Voitsberg" umbenannt.

Dieser Beschluss wurde am 10. Mai 1936 in einer außerordentlichen Generalversammlung gefasst.

Alle Musiker waren mit Begeisterung dabei. Die Konzerte, Feste, Umzüge, Aufmärsche oder Bälle waren bestens besucht. Guten Anklang fand damals auch die Streichmusik, die nebenbei vielfach gepflegt wurde.

 

Glasfabriks- und Marktkapelle Bärnbach

Die Umbenennung in "Glasfabriks- und Marktkapelle Bärnbach" erfolgte 1953, nachdem Bärnbach zum Markt erhoben worden war. Die Markterhebungsfeier fand vor dem Gemeindeamt statt.

Dort wurde der Marsch "Bärnbach zum Gruß", komponiert von Bürgermeister Direktor Konrad Bergmann, instrumentiert von Kapellmeister Josef Hexmann, zum ersten Mal aufgeführt.

Glasfabriks- und Stadtkapelle Bärnbach

Die Umbenennung in "Glasfabriks- und Stadtkapelle Bärnbach" erfolgte 1977, als Bärnbach zur Stadt erhoben wurde. Aus diesem Anlass errichtete die Stadtgemeinde im neuen Stadtpark einen Pavillon, den Bürgermeister Dir. Konrad Bergmann den Kulturvereinen Bärnbachs namens der Stadtgemeinde als Geschenk für Musik- und Gesangsdarbietungen symbolisch übergab.

Damit ist die Gegenwart erreicht. Die arteigene Uniform der Kapelle wurde ständig beibehalten. Rasch verflossen die Jahre von der Gründung bis heute. Sie waren voll von Ereignissen und Erlebnissen. Auf und Ab, Freud und Leid wechselten ständig.

Das Ziel, Kulturträger unserer Heimat zu sein, wurde immer im Auge behalten.

Am 14. Mai 2008 wurde der Glasfabriks- u. Stadtkapelle Bärnbach der „Steirische Panther“ durch Landeshauptmann Mag. Franz Voves verliehen.